Der Südharzer Gipskarst – eine Landschaft von internationaler Bedeutung im Spannungsfeld von Geotopschutz und Gipsabbau

Der Südharzer Gipskarst – eine Landschaft von internationaler Bedeutung im Spannungsfeld von Geotopschutz und Gipsabbau

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Am 1. April dürfen wir den bekannten Geologen, Höhlenforscher und Ökologen Dr. Friedhart Knolle im Südharz begrüßen.
Seit seinem Studium an der TU Clausthal ist er dem Harz verbunden. Sowohl über- als auch untertage hat er ihn erforscht, in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Seine langjährige Arbeit in der Nationalparkverwaltung Harz macht ihn zu einem gefragten Gesprächspartner in Sachen Naturschutz. Der Südharz ist Friedhart Knolle besonders ans Herz gewachsen, und in seinem Vortrag wird er erzählen, warum das so ist.
“Das Karstgebiet im Südharz ist aufgrund seiner Geologie eine Landschaft mit einzigartigem Charakter und hoher Schutzwürdigkeit. Es zeichnet sich durch eine kleinräumige Vielfalt naturnaher Strukturen aus und ist für den Erhalt zahlreicher an die Gipsbiotope gebundener Arten von großer Bedeutung. Das Südharzgebiet bildet einen 100 km langen zusammenhängenden Gürtel aus evaporitischem Gestein des Oberperm (Zechstein), der sich von Niedersachsen (Osterrode, Landkreis Göttingen) über Thüringen (Landkreis Nordhausen) bis zum südöstlichen Rand des Harzes in Sachsen-Anhalt nördlich von Sangerhausen erstreckt.
Das wichtigste Merkmal sind die großen Flächen mit teilweise freiliegenden Gipsfelsen, die größten und
mächtigsten in Mitteleuropa. Die Löslichkeit von Gips in Verbindung mit hohen Niederschlagsmengen hat in geologisch kurzer Zeit zu einer intensiven Karstbildung mit einer erstaunlichen Vielfalt an Gipskarstformen geführt. Nur kleine Teile der Landschaft sind wirksam geschützt. Der Abbau von Gips, Anhydrit und Dolomit bedroht Kernbereiche der Landschaft. Dies gefährdet auch die nachhaltige Entwicklung der Region Südharz. Schutz in Form eines großflächigen Biosphärenreservats wurde bisher nur in Sachsen-Anhalt realisiert. Dies verdeutlicht die mangelnde Präsenz von Sulfatkarstgebieten im globalen Netzwerk von Schutzgebieten. Der Karstwanderweg Südharz erschließt die gesamte Gipskarstlandschaft im Dreiländereck von Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.”
Mehr werden Sie am 1. April hören und sehen. Der Vortrag ist sehr anschaulich und setzt kein Expertenwissen, sondern lediglich Neugier voraus.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.
Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz BUND e.V.

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Datum und Uhrzeit

01.04.2026 | 18:00 bis
01.04.2026 | 20:00
 

Ort

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